DIE RATSMITGLIEDER GEBEN DIE STRAßENHUNDE NICHT HER - DER SOFIOTER GEMEINDERAT LEHNT DIE ANNAHME DES INTERNATIONALEN PROJEKTES ZUR LÖSUNG DES PROBLEMS DER STRAßENHUNDE AB

[ 11.5.2006 ] Angelina Atanasova, Zeitung NOVINAR
Trotz Millionen von Leva, die die Gemeinde jedes Jahr zur Lösung des Hundeproblems ausgibt, leben die Straßenhunde und die Sofioter Bevölkerung unbehelligt zusammen.
Zum wiederholten Male lehnt es der Sofioter Gemeinderat ab, das Geld der Hauptstadtbewohner einzusparen, indem er die angebotene finanzielle Hilfe einer internationalen Organisation ablehnt, die es erlauben würde, das Problem der Straßenhunde dauerhaft zu lösen.
Am 20.1.2006 schließt der Sofioter Bürgermeister Borisov ein Abkommen mit der Vereinigung "Deutsch-Bulgarische Tierhilfe" ab. Ziel ist eine Kooperation in Hinblick auf die Kontrolle der Hundepopulation in Sofia.
Die internationale Vereinigung hat in Bulgarien bisher über 700.000 Euro investiert.
In Sofia hat die Vereinigung folgende Verpflichtungen übernommen: Die Umsetzung der in den bulgarischen Gesetzen festgeschriebenen Vorgehensweise im gemeindeeigenen Hundeisolationsheim `Losenetz´, wie auch die Renovierung und Erweiterung der Anlage, die die Sofioter Gemeinde der Vereinigung zur Verfügung gestellt hat. Alle Tätigkeiten, wie auch das Betreiben des Hundeheimes, werden von der "Deutsch-Bulgarischen Tierhilfe" finanziert, und nicht vom Geld der Steuerzahler, wie einige Personen fälschlicherweise behaupten, die aus diesen falschen Behauptungen offensichtlich Vorteile ziehen.
Die Möglichkeit, Tätigkeiten der Gemeinde (wie im Hundeisolationsheim) von außen finanzieren zu lassen, könnte man ausweiten, indem man der "Deutsch-Bulgarischen Tierhilfe" vorschlägt, auch das neue Heim in Seslavci zu übernehmen, das doppelt so groß ist wie das Heim in Losenetz. In der Praxis bedeutet das, dass das Heim in Seslavci auch das Doppelte der bisherigen Betreiberkosten (d. i. Losenetz) kosten wird, nämlich jährlich zwischen 400 000 und 500 000 Leva Steuergelder.
In den Jahren des "Modells Sofianski" (Anmerkung: ehemals Bürgermeister von Sofia) hat die Sofioter Gemeinde dem gemeindeeigenen Unternehmen "Zoomilosardie", später umbenannt in "Ekoravnovesie", Millionen von Leva bereitgestellt, die ausgegeben wurden. Aber letztendlich haben die dem Steuerzahler entzogenen Geldmittel nicht zur Lösung des Straßenhundeproblems beigetragen.
Der Teufelskreis funktioniert: es gibt Hunde – es wird Geld für ihr Einfangen bereit gestellt. Und je mehr Probleme die Hunde verursachen, desto mehr kommentieren die Medien das Problem, und desto aufgebrachter sind die Bürger und umso mehr Beschwerden gibt es. Und all dies ist ein willkommener Anlass für die Gemeinderatsmitglieder, auf wesentlich mehr Geldmitteln zu bestehen – dabei handelt es sich natürlich um Gemeindegeld, oder genauer gesagt: um das Geld der Steuerzahler.
Dies erklärt die Hartnäckigkeit, mit der auf dem gewinnbringenden Mechanismus bestanden wird: Die zwei Hundeisolationsheime kosten die Sofioter Bevölkerung über eine Million Leva im Jahr, und wenn die Deutschen mit ihrem Finanzierungsangebot eingreifen, dann fällt die Hälfte der happigen Summe weg – und demnach entfällt die Notwendigkeit von Finanzhilfen aus dem Sofioter Haushalt und möglicherweise verletzt dies die finanziellen Interessen bestimmter Personen.
Eine Retrospektive der Tätigkeiten des Unternehmens, das so freigiebig von den Gemeinderatsmitgliedern subventioniert wurde, bestätigt die oben beschriebenen Vorgänge:
Am 7.11.2000 hat der Direktor des gemeindeeigenen Unternehmens "Ekoravnovesie", der General a. D. namens Popov, stolz verkündet, dass das ihm anvertraute Unternehmen mit dem Geld der Steuerzahler finanziert wird, wobei die Summe für das Jahr 2000 genau 466 000 Leva betrug (siehe im "Kurier 5").
Am 23.12.2002 garantiert der General a. D. namens Dimitrov, der das Bewerbungsverfahren um den Direktorenposten des gemeindeeigenen Unternehmens "Ekoravnovesie" erfolgreich durchlaufen hatte, auf den Seiten der hauptstädtischen Zeitung "Sofianec", dass er im Laufe eines Jahres das Problem mit den Hunden "lösen" könne, aber er benötige noch weitere 50 000 Leva, zusätzlich zur ihm bereits aus dem Gemeindebudget bereitgestellten Summe, die jährlich zwischen 400 000 und 500 000 Leva schwankt.
Am 2.02.2004 werden in der gleichen Zeitung die Maßgaben des gerade aktuellen Direktors des gemeindeeigenen Unternehmens "Ekoravnovesie" publiziert, dem ehemaligen Bürgermeister des Stadtviertels "Ovča Kupel" namens Kirčev, die dazu dienen sollen, "die Stadt innerhalb eines Jahres von den Straßenkötern zu säubern". Aber unter der Bedingung, dass es keine Hundeschützer gäbe, die den Ingenieur bei seiner Arbeit behinderten. Selbstverständlich hat der Ingenieur bisher das nicht ausgegebene Gemeindegeld nicht zurückgegeben, nachdem ihn jemand bei der Ausführung seiner Arbeit gestört hat.
Ob es zu Ergebnissen führt oder nicht, das gemeindeeigene Unternehmen "Ekoravnovesie" eignet sich das Geld an. Das ist möglicherweise die Erklärung für das Faktum, dass solch ein nützliches Abkommen, wie es die aktuelle Vereinbarung zwischen dem Bürgermeister der Gemeinde Sofia und der Deutsch-Bulgarischen Tierhilfe ist, von den gewählten Gemeinde-Vertretern abgelehnt wird.
Sie ziehen es selbstverständlich vor, unser Geld für die sinnlose Tätigkeit des bereits bloßgestellten Gemeindeunternehmens auszugeben. Sollen die Ausländer das Hundeproblem doch irgendwo anders lösen. Ihre gewinnbringenden Straßenhunde geben die Mitglieder des Sofioter Gemeinderates nicht her!